Nürnberg – eine Stadt

Nuernberg2015 113.01.2015 | ... macht Geschichte
Endlich, endlich … Für die 12er das erste Halbjahr geschafft, für die 11er zum Glück die langersehnte Auszeit. Alle – ob Schüler oder Lehrer – haben diese willkommene Auszeit oder den „vorzeitigen Ferienbeginn“ geradezu herbeigeschworen.


Am 15. Dezember früh um halb acht ging es für 60 Schüler und vier Lehrer mit zwei Bussen in Richtung Nürnberg, der Stadt, die uns mit ihrem Wahrzeichen, der Burg und ihren Kaiserstallungen, dann um eins willkommen hieß.
In der neu rekonstruierten Jugendherberge auf dem Burgberg bezogen wir unser Quartier und machten uns im Anschluss mit der Stadt durch eine Stadtbesichtigung bekannt. Zum Glück hatte der Wettergott wenigstens am ersten Tag noch Sonne im Gepäck. Die folgenden Tage sollten wir sie leider nicht mehr wiedersehen.
Der viel gepriesene Christkindlesmarkt lockte dann auch uns und stimmte uns auf verschiedene Weise auf die Vorweihnachtszeit ein.
Am nächsten Tag statteten wir dem altehrwürdigen Traditionsunternehmen „Faber-Castell“ einen Besuch ab und wurden eingeführt in die Geheimnisse der Bleistiftherstellung. Nicht zu glauben, wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, um einen Bleistift oder Buntstift in den Händen zu halten. Dass Fließbandarbeit bestimmt sehr anstrengend ist, konnte so wohl jeder als Fazit für sich ziehen.
Im Anschluss besichtigten interessierte Schüler noch das Schloss von Faber-Castell, und alle waren schier beeindruckt von der Architektur und Innengestaltung der Räumlichkeiten.
Zum Abschluss war noch eine Besichtigung des „Museums für Industriekultur“ vorgesehen. Keiner hatte so richtig eine Vorstellung davon, was in einem solchen Museum zu sehen sein könnte. Und siehe da, es war für jeden etwas dabei: Motorräder, Fahrräder, Dampfmaschinen, sprechende Küchen, Schreibmaschinen und, und und … Am Ende hätten wir vielleicht noch mehr Zeit in diesen Räumlichkeiten verbringen können.
Am Mittwoch stand dann die Geschichte auf dem Plan, für die Nürnberg auch unrühmlich Weltruhm erlangt hat – das Reichsparteitagsgelände mit dem Dokumentationszentrum. Erschreckend und beeindruckend zugleich, was die Nationalsozialisten aus dieser „Stadt der Reichsparteitage“ gemacht haben und 95 Prozent der Altstadt am Ende deshalb zerstört wurden.
Am Donnerstag hatten wir dann die Gelegenheit, verschiedene Museen nach Wahl zu besichtigen. Ob Agnes Dürer uns im Albrecht-Dürer-Haus durch den Alltag Nürnbergs in der Zeit der Renaissance führte, die erste Lokomotive im Deutsche-Bahn-Museum bewundert werden durfte oder das Germanische Nationalmuseum Ziel unserer Besichtigung war – all das zeigte, welchen Erfinderreichtum Deutschland ausmacht, welche Künstler dieses Land hervorgebracht hat und wie stolz wir eigentlich auf unsere kulturelle Vergangenheit sein dürfen.
Unseren Abschlussabend verbrachten wir mit einem Besuch im Schauspielhaus zu der Aufführung von „Ödipus-Stadt“. Diese hatte es allerdings in sich. Schreiende Akteure, blutende Augen, die Zuschauer in Ohnmacht versetzten und einige unserer Schüler den letzten Nerv raubten. Dazu noch der Bombenalarm am Hauptbahnhof. Unseren letzten Abend hatten wir uns eigentlich ruhiger vorgestellt. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…
Unsere Heimfahrt verlief dann aber ohne Zwischenfälle und gegen 14:00 Uhr konnten wir unsere Familie wieder in die Arme schließen und in die wohlverdienten Weihnachtsferien gehen.
Text/Photos: Frau L. Joseph


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